Unsere Schüler der 3. Klassen gestalten im Werkunterricht Tonkreuze
für den Neubau der Seniorenwohnanlage "Stadlerstift"

 

   und gestalten mit drei Liedern die Einweihungsfeier.

Thannhausen (hli) - Ein neues Kapitel beginnt für das traditionsreiche Stadlerstift:
Der Erweiterungsbau für das städtische Altenheim wird offiziell seiner Bestimmung übergeben.
41 hoch moderne Pflegeplätze wurden geschaffen. Die Baukosten beliefen sich auf 4,4 Millionen Euro.



Zwei Altenheime gibt es in Thannhausen, das Stadlerstift und das Kreisaltenheim. Bis vor ein paar Jahren funktionierte die in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts beschlossene Strategie: Die rüstigen Senioren der Stadt sollten ins Stadlerstift gehen, die Pflegebedürftigen ins Kreisaltenheim.
Mittlerweile aber gehen die Rüstigen nicht mehr ins Heim, der Bedarf an Pflegeplätzen hingegen steigt. Deswegen beschlossen die politisch Verantwortlichen, das Stadlerstift zu einer Einrichtung für pflegebedürftige Senioren umzubauen. Architekt Peter Schoblocher wurde mit der Planung und Bauleitung beauftragt.
Der Erweiterungsbau entstand im Norden des bisherigen Gebäudekomplexes, teilweise auf der Fläche des ehemaligen Kindergartens. Ein Foyer verbindet barrierefrei den Altbau mit dem Neubau. In diesem Foyer wurde ein Aufenthaltsbereich geschaffen. Dort sind auch die Büros der Verwaltung, die Portionierküche sowie das Treppenhaus und der Aufzug untergebracht.
Der in Nord-Süd-Richtung angelegte Erweiterungsbau zeigt außen eine zeitgemäße Architektur, die auch hinsichtlich der Energieeinsparung richtungweisend ist. Die Zimmer wurden hell und großzügig gestaltet und alle mit Dusche und Toilette ausgestattet.
Pflegezimmer, Funktionszimmer und Flure sind so angeordnet, dass pro Stockwerk ein Rundlauf geschaffen wurde. Die Zimmer eines jeden Stockwerks bilden eine Einheit, ihnen sind jeweils ein Wohngruppenraum und eine funktionstüchtige Küche zugeordnet.
Probleme bereitete die Finanzierung der Erweiterung des Stadlerstiftes. Ursprünglich sollten der Freistaat Bayern und der Landkreis Günzburg jeweils rund 900 000 Euro zuschießen, der Rest sollte aus Rücklagen und einer Darlehensaufnahme finanziert werden. Doch zog der Freistaat sich ganz aus dem Projekt zurück. Erst durch eine Intervention der beiden Landtagsabgeordneten Berta Schmid und Alfred Sauter konnten wenigstens 320 000 Euro als "Bestandsschutz" gesichert werden. Der Landkreis Günzburg stand ohne Wenn und Aber zu dem Projekt und gab den höchstmöglichen Zuschuss in Höhe von 943 000 Euro frei. Man werde langfristig immer wieder auf Spender und Förderer angewiesen sein, erklärt Bürgermeister Johannes Schropp zur finanziellen Situation, um das traditionsreiche Haus in seiner Substanz und seiner Funktion erhalten zu können.
Inzwischen sind die Bewohner des Stadlerstiftes in den Neubau umgezogen. Ein wenig getrübt wird die Freude über die deutlich verbesserten Wohnverhältnisse und den Komfortgewinn durch den "Investitionszuschuss", den die Bewohner zu zahlen haben.
Mittelschwäbische Nachrichten vom 21.2.2008