Unsere Schüler der 3. Klassen gestalten im Werkunterricht Tonkreuze
für den Neubau der Seniorenwohnanlage "Stadlerstift"
und gestalten mit drei Liedern die
Einweihungsfeier.
Zwei Altenheime gibt es
in Thannhausen, das Stadlerstift und das Kreisaltenheim. Bis vor ein paar Jahren
funktionierte die in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts beschlossene
Strategie: Die rüstigen Senioren der Stadt sollten ins Stadlerstift gehen, die
Pflegebedürftigen ins Kreisaltenheim.
Mittlerweile aber gehen die Rüstigen nicht mehr ins Heim, der Bedarf an
Pflegeplätzen hingegen steigt. Deswegen beschlossen die politisch
Verantwortlichen, das Stadlerstift zu einer Einrichtung für pflegebedürftige
Senioren umzubauen. Architekt Peter Schoblocher wurde mit der Planung und
Bauleitung beauftragt.
Der Erweiterungsbau entstand im Norden des bisherigen Gebäudekomplexes,
teilweise auf der Fläche des ehemaligen Kindergartens. Ein Foyer verbindet
barrierefrei den Altbau mit dem Neubau. In diesem Foyer wurde ein
Aufenthaltsbereich geschaffen. Dort sind auch die Büros der Verwaltung, die
Portionierküche sowie das Treppenhaus und der Aufzug untergebracht.
Der in Nord-Süd-Richtung angelegte Erweiterungsbau zeigt außen eine zeitgemäße
Architektur, die auch hinsichtlich der Energieeinsparung richtungweisend ist.
Die Zimmer wurden hell und großzügig gestaltet und alle mit Dusche und
Toilette ausgestattet.
Pflegezimmer, Funktionszimmer und Flure sind so angeordnet, dass pro Stockwerk
ein Rundlauf geschaffen wurde. Die Zimmer eines jeden Stockwerks bilden eine
Einheit, ihnen sind jeweils ein Wohngruppenraum und eine funktionstüchtige Küche
zugeordnet.
Probleme bereitete die Finanzierung der Erweiterung des Stadlerstiftes. Ursprünglich
sollten der Freistaat Bayern und der Landkreis Günzburg jeweils rund 900 000
Euro zuschießen, der Rest sollte aus Rücklagen und einer Darlehensaufnahme
finanziert werden. Doch zog der Freistaat sich ganz aus dem Projekt zurück.
Erst durch eine Intervention der beiden Landtagsabgeordneten Berta Schmid und
Alfred Sauter konnten wenigstens 320 000 Euro als "Bestandsschutz"
gesichert werden. Der Landkreis Günzburg stand ohne Wenn und Aber zu dem
Projekt und gab den höchstmöglichen Zuschuss in Höhe von 943 000 Euro frei.
Man werde langfristig immer wieder auf Spender und Förderer angewiesen sein,
erklärt Bürgermeister Johannes Schropp zur finanziellen Situation, um das
traditionsreiche Haus in seiner Substanz und seiner Funktion erhalten zu können.
Inzwischen sind die Bewohner des Stadlerstiftes in den Neubau umgezogen. Ein
wenig getrübt wird die Freude über die deutlich verbesserten Wohnverhältnisse
und den Komfortgewinn durch den "Investitionszuschuss", den die
Bewohner zu zahlen haben.
Mittelschwäbische
Nachrichten vom 21.2.2008