Warum gibt es in Thannhausen eine JUDENGASSE?
(Heimatheft-Eintrag Nr. 11)

Im Mittelalter lebten in Thannhausen rund 400 Juden. 
In der heutigen Ursberger Straße hatten sie eine eigene Schule, die Judenschuol. 
Die Juden verkauften die Waren der Thannhauser Handwerksleute auf den Märkten in Augsburg und Ulm 
und hausierten rund um Thannhausen. Doch die Juden waren unbeliebt. Viele sagten: „Die Juden sind Schuld an der Pest!“
Auch in Thannhausen mussten Juden unfreiwillig den Ort verlassen.
Anfang des 18. Jahrhunderts übernahm der Graf von Stadion die Reichsgrafschaft Thannhausen.
1718 gab Kaiser Karl IV von Österreich die Erlaubnis, alle noch anwesenden Juden (ca. 20 Familien) aus Thannhausen auszuweisen. 
Die jüdische Synagoge - das Gebetshaus der Juden - wurde abgerissen. 1722 wurde an ihrer Stelle die Stadionkapelle erbaut.
Man nannte sie auch "Judenkapelle". Rechts am Eingang der „Stadionkapelle“ steht noch heute der Opferstock der alten Synagoge.
Nur noch wenig erinnert uns heute an die Thannhauser Juden:
Die Bezeichnung „Judenkapelle“ für die Stadionkapelle, der Straßenname „Judengasse“ und der Flurname "Judenbegräbnis" 
nördlich der Jugendbegegnungsstätte an der B 300 (Augsburger Berg). Er weist auf einen jüdischen Friedhof hin.
Es gab auch Juden, die sich mit ihrem Familiennamen "Thannhauser" nannten. 
In New York (USA) kann man eine berühmte Kunstsammlung mit dem Namen "The Thannhauser Collection" besuchen. 
Die Vorfahren des Kunstsammlers Heinrich Thannhauser stammten aus unserem Thannhausen. (Zeitungsartikel hierzu)
     
Stadionkapelle                                    Opferstock aus der alten Synagoge

Infos: Geschichte der Juden in Thannhausen   

Lied im Hintergrund: Shalom chaverim - ein altes jüdisches Volkslied aus Israel
Links:    http://tdn.cooltips.de/lieder/schalom.htm  Text und Melodie 

  1. Scha-lom cha-ve-rim, scha-lom cha-ve-rot! Scha-lom, scha-lom! Le hit-ra-ot, le hit-ra-ot, Scha-lom, scha-lom! 

         Leb wohl, lieber Freund, leb wohl, lieber Freund, lass Frieden sein. Auf Wiedersehn, auf Wiedersehn, lass Frieden sein!