Lied zur Thannhauser Heimatgeschichte

Nach der Melodie des Waldhornlieds „Wie lieblich schallt..."   Melodie von Friedrich Silcher

1. Wie herrlich liegt im Mindeltal Thannhausen, unsere Stadt. 
   Vor über tausend Jahren schon Tago sie gründet hat.                   ca. 1000 n Chr.

2. Der Schwabe kommt vom Donautal an diesen schönen Ort. 
    Er stößt den Speer ins Erdenreich "Hier bleib ich immerfort!"

3. Aus Lehm und Stroh entsteht ein Dorf vom Urwald bis zum Bach. 
    Man nannt es Tagenhusen bald. Auch andre kommen nach.

4. Die Menschen leben von der Jagd auf Wisent, Hirsch und Bär. 
   Sie züchten Schweine, Rind und Pferd und richten Äcker her.

5. In jener Zeit da gibt es schon ein kleines Kirchhäuslein. 
    Es steht an gleichen Platz wie heut und lädt die Christen ein.

6. Dazwischen steht der Storkenturm zum Schutz der Tainhuser Leut; 
    der Ort wird immer wichtiger und nennt sich schon bald Markt!    ca. 1293

7. Im Lauf der Zeit wird viel gebaut sogar ein Thannhauser Schloss
    Dort lebte im Jahre elfhundertneun Ritter Wierinhus.                 ca. 1500

8. Doch dann kommt bald eine schlimme Zeit im Lande wütet die Pest
    Die Menschen sterben grauenvoll, es bleibt ein kleiner Rest.        um 1600

9. Ein schlimmer Krieg von dreißig Jahr, der bringt viel Elend und Not,
    Soldaten plündern oft den Ort und viele trifft der Tod.                1618-1648

10. Doch dann naht eine schöne Zeit, Thannhausen blüht jetzt auf. 
    Es kommt der Lehrer Höfer an, man nimmt ihn freudig auf.              1793

11. Vor ganz genau zweihundert Jahr hat er hier angefangen. 
    Er bleibt bis an sein Lebensend. Die Schul trägt seinen Namen.

12. Und drei Jahre drauf, da kommt ein Mann sein Nam war Christoph Schmid1796
     Er schreibt sehr schöne Gschichten auf und dichtet manches Lied.

13. Als Pfarrer und als Schulinspektor wirkt er hier zwanzig Jahr.        bis 1816
     Die Kinder hatten ihn sehr gern, ein Jugendfreund er war.

14. Dank Christoph von Schmids Lateinschule und Höfers Unterricht. 
    Thannhauser Kinder sind jetzt gscheit, die Bildung hat Gewicht!

15. Sohn Albert Höfer und Arzt Bauberger, Franz Xaver Stadler und mehr 
     und Pater Albert Schäffler noch machen Thannhausen Ehr.

16. Vor einhundert Jahr, der Bahnhof entsteht für eine Eisenbahn.              1894
     In Dinkelscherben fährt man weg, in Thannhausen kommt man an.

17. Im Jahr neunzehnhunderteins der Pfarrer Jakob Zwiebel,                    1901
     lässt für den lieben Christoph von Schmid ein schönes Denkmal bauen.

18. Zur Zeit, als unsere Großeltern lebten, da gab's zwei schreckliche Kriege.   1914-1918 und 1939-1945
    Thannhauser Männer mussten fort und kamen nicht mehr wieder.

19. Neun zehn hundert drei und fünfzig - Thannhausen wird eine Stadt,                1953
      an Einwohnern sie insgesamt ca. viertausend hat.

20. Zwei Jahre später, da wird gebaut ein Schulhaus an der Mindel.              1955
     Es lernen heute noch darin die braven Grundschulkinder.

21. Wir feiern heut ein großes Fest die Schul erhält einen Namen                 1993
     zu Ehren Anton Höfers heut sind wir zusammen kommen.

22. Wie herrlich liegt im Mindeltal, Thannhausen unsere Stadt. 
      Gott schütze bitte weiterhin die gute Gemeinschaft.

23. Und außerdem feiern wir heut einen runden Geburtstag. 
      Unsre Schul ist zwanzig Jahre alt - noch lang sie leben mag.                 1973 - 1993

24. Von dieser Zeit gibt's viel zu erzählen: Von Lehrern, Kindern, Rektoren, 
      vom Schulfest und der Buchwoche und manchen Eselsohren!

(gedichtet von K. Landherr zur Namensgebung im Jahr 1993 für das Höferspiel)